Genehmigungen für Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz erteilt

Bei unseren Reisen lernen wir immer wieder interessante Menschen kennen, und manchmal ergibt sich aus diesen Kontakten auch mehr, als nur ein interessanter Gedankenaustausch.

Bei unserer letzten Erfahrung im Ostharz ist uns genau das passiert und so bekamen wir eine Anfrage für Luftaufnahmen aus Sachsen-Anhalt. Wie sich schnell herausgestellt hat, besteht auch bei dem angefragten Objekt ein Betriebsverbot gemäß §21b Absatz 1 Nr. 5 (Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen). Im konkreten Fall geht es um den seitlichen Mindestabstand von 100 m zu einer Bundesfernstraße, der nicht unterschritten werden darf.

Eine Rückfrage bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde ergab erfreulicherweise, dass es in Sachsen-Anhalt möglich ist, eine bereits erteilte Ausnahmegenehmigung von den Betriebsverboten in Niedersachsen anerkennen zu lassen. Dieses vereinfachte Verfahren war binenn weniger Tage erfolgreich abgeschlossen und so können die Drohnenpiloten auch diesen Auftrag mit einer behördlichen Genehmigung und damit gewerblich haftpflichtversichert fliegen

Aber das ist noch nicht alles. Fast zeitgleich erreichte uns eine Anfrage aus der Nähe unseres alten Wohnortes in Rheinland-Pfalz, ob die Drohnenpiloten Luftaufnahmen von zwei Objekten erstellen können. In diesem Falle handelt es sich um Wohnhäuser, die vermietet werden sollen. Aufgrund der Entfernung zu Ostfriesland ist eine vor Ort Besichtigung der lokalen Flugbedingungen sehr aufwändig, aber die theoretische Prüfung ergab auch hier sehr schnell, dass bei eine Objekt nicht nur die Bundesfernstraße, sondern auch ein kleines Flüßchen in der Nähe, also weniger als 100 m, entfernt, ist. Und genau dieses kleine Flüßchen ist als Bundeswasserstraße verzeichnet, zu der gemäß §21b Absatz 1 Nr. 5 LuftVo auch ein Mindestabstand einzuhalten ist.

Nun also fast "business as usual" und Rücksprache mit der zuständigen Landesluftfahrtbehörde gehalten. Zwar ist eine Anerkennung der Ausnahme von den Betriebsverboten aus Niedersachsen nicht möglich, aber die Antragsformulare sind sehr ähnlich, da sie alle auf der NfL 1-1163-17 der Deutschen Flugsicherung basieren. Glücklicherweise kann der gesamte Schriftverkehr per eMail abgewickelt werden und so hatten die Drohnenpilotn zwei Tage später die Ausnahme von den Betriebsverboten im Posteingang.

Es mag vielleicht aufwändig klingen, wenn man "gezwungen" ist, in jedem Einzelfall zu prüfen, ob man an einer Lokation mit einer Drohne starten darf oder nicht und die Beantragung der Genehmigungen ist jedesmal mit Zeit und Kosten verbunden.
ABER: Man darf und soll nicht vergessen, dass genau diese Regeln dazu da sind, das Fliegen für alle direkt am Flug Beteiligten (Steuerer, Auftraggeber) und Unbeteiligten (Nachbarn, Passanten, Zuschauer) sicherer zu machen. Durch diesen Weg können die Steuerer ihren verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken des Drohnenfluges, den Persönlichkeitsrechten im Rahmen von Luftaufnahmen und der Privatsphäre aller Unbeteiligten deutlich machen. Deshalb unterstützen die Drohnenpiloten ausdrücklich die neuen, zum 1. Juli 2020 in Kraft tretenden EU-Regelungen für die Nutzung von Drohnen.


Happy landings!